Inzwischen ist es ruhig geworden an der Mosel. Die meisten Blätter der Rebstöcke sind zu Boden gefallen und die Winterruhe hat begonnen. Dieser Tage ist besonders morgens eine nahezu mystische Stimmung in den Weinbergen wahrnehmbar. Nur sehr langsam lichtet sich der Nebel, doch dann zeigt sich die Sonne von ihrer besten Seite.

Während wir bereits die ersten Reben zurückgeschnitten haben, gärt es im Keller noch. Die 2018er sind sehr gemütlich unterwegs. Irgendwie passt das zu dem Jahrgang, in dem fast alles etwas anders ist als sonst. Doch eins gilt wie jedes Jahr: Gut Ding braucht Weile. Unser Wein soll bekommen, woran die Welt heutzutage geizt: Zeit!
Wetter ist Schicksal, Zeit dagegen ist eigener Wille. Und davon brauchen die 2018er noch jede Menge. In der Praxis heißt dies, dass wir bei jedem Fass die Gärung abwarten und die Weine dann mehrere Monate auf ihrer Hefe reifen lassen. Ohne Zutun, lediglich mit regelmäßiger Kontrolle. So entwickelt jedes Fass seinen ganz eigenen Charakter. Alleine das rechtfertigt den Widerstand gegen eine Ruck-Zuck-Mentalität und alles andere, was wahrem Genuss den Garaus macht.

Weinbergsweg
Nebel im Moseltal
Nebel im Moseltal